Die Olive
Olivenöl im Test
Extra Vergine gilt als Qualitätslabel für Olivenöl. Zu unrecht: Oft handelt es sich bei Extra Vergine-Öl um eine Mischung qualitätiv schlechter Öle aus verschiedenen Länder.
Kenner zahlen für gutes Olivenöl gerne ein bisschen mehr. Sie achten beim Kauf auf die Qualitätsbezeichnung Extra Vergine und die Herkunft. Doch oft stammt nur ein Teil des Öls tatsächlich aus dem Herkunftsland. Italien zum Beispiel verkauft jedes Jahr mehr als doppelt so viel echtes Olivenöl, als die Olivenbauern tatsächlich produzieren können. Die Grosshändler kaufen billiges Olivenöl im ganzen Mittelmeerraum zusammen. In Italien vermischen die Händler bis zu zehn Öle unterschiedlicher Herkunft. Damit der Geschmack trotzdem stimmt, setzen sie Billigöl kleine Mengen qualitativ hochwertigen Öls zu.
Extra Vergine darf sich ein Olivenöl nur nennen, wenn sein Säuregrad ein Prozent nicht übersteigt. Die Händler halten dank dem Zusammenmischen verschiedener Öle diese Säurenorm mühelos ein. Fachleute verlassen sich deshalb nicht auf die Bezeichnung Extra Vergine, sondern auf den Gaumen. Anders als die Schweiz begnügt sich auch die EU nicht mit der Säurenorm. Wer sein Olivenöl in den EU-Ländern unter Extra Vergine verkaufen will, muss mit dem Produkt zusätzlich den EU-Geschmackstest bestehen.
Diesen Test haben Kassensturz und Saldo erstmals auch mit in der Schweiz eingekauften Produkten durchgeführt. Erstaunliches Resultat: Testsieger sind Monini und Alexis aus der Migros und Filippo Berio von Coop - drei Olivenöle der mittleren Preisklasse (siehe Tabelle).
Tipps für den Kauf von Olivenöl
Darauf können Sie beim Olivenöl-Kauf achten:

- Einige der besten Öle werden aus weniger reifen Oliven gewonnen. Solche grünen Oliven ergeben ein helleres, schärferes Öl als das Öl aus reifen Oliven.
- Trübes Olivenöl ist nicht ein Hinweis auf die Naturbelassenheit. Die anfängliche Trübung lässt meist nach wenigen Monaten nach. Die Trübung ist momentan in Mode, wird aber orft im Labor chemisch verursacht.
- Der gesetzlich vorgeschriebene Säuregehalt von höchstens einem Prozent ist nur eine Mindestvorschrift. Wirklich gutes Olivenöl hat nicht mehr als 01, bis 0,2 Prozent Säure.
Olivenöl im Test
Name Preis /Liter Herkunft Gekauft bei Note Bewertung
Monini 13.20 Italien Migros 7.3 Sehr gut
Filippo Berio 15.80 Italien Coop 7.3 Sehr gut
Alexis 12.00 Griechenland Migros 7.0 Sehr gut
Bertolli 17.00 Italien Waro 6.9 Gut
De Cecco 25.80 Italien Globus 6.9 Gut
Bertolli 12.80 Italien Epa 6.8 Gut
Pont 6.45 Spanien Denner 6.3 Befriedigend
Sabo 8.50 Italien Denner 6.3 Befriedigend
Olio verde 38.40 Spanien Jelmoli 6.2 Befriedigend
Bio Terra verde 31.35 Italien WWF 5.8 Mangelhaft
Sasso 13.90 Italien Pick Pay 5.7 Mangelhaft
Suprema Olivenöl 7.30 Spanien Migros 5.6 Mangelhaft
Olivenöl 12.80 Spanien Spar 5.4 Schlecht
Nuxo 17.70 EU-Staaten Waro 5.4 Schlecht
Olio di Oliva 9.50 Spanien Coop 5.3 Schlecht

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